Ein Bericht aus dem Beratungsalltag
Eine Patientin leidet unter wiederkehrenden Schwächezuständen mit Lähmungserscheinungen. Ihr wird dann schwindlig, sie nimmt alles nur noch verschwommen wahr, kann sich nur ganz langsam bewegen. Gründliche Untersuchungen ergaben keine eindeutige Diagnose – also auch keine entsprechende Therapieempfehlung. Auf der Krankmeldung steht verschlüsselt „Psychovegetatives Erschöpfungssyndrom“ und der Arzt hat ihr zu Ruhe und Entspannung geraten.
Ich habe sie als intelligente kontaktfreudige Person kennengelernt, vernünftig und bodenständig, Einzelhandelskaufffrau mit klaren Vorstellungen kennengelernt, ihre unklaren Beschwerden passten gar nicht zu ihr.
Bei der Horoskopdeutung zeigte sich dann die ganz andere verborgene Seite von ihr. Obwohl sie mit Zwillinge-Sonne und Steinbock-AC auf den ersten Blick nüchtern, diszipliniert und scharfdenkend wirkt, hat sie auch noch eine ganz deutliche Neptun-Betonung. Da von Kindheit an für ihre Vernunft und ihre Intelligenz Anerkennung erhalten hat – in unserer westlichen Kultur ist der Verstand nun mal sehr hoch bewertet – hat sich ihre neptunischen Fähigkeiten nicht entsprechend entwickelt. Träumerei, Phantasie, musische Begabungen… all das wurde als Spinnerei angesehen und sie hat diese Haltung übernommen.
Dieser Persönlichkeitsanteil, der so stark betont ist, kann aber nicht einfach unterdrückt werden und sucht sich seine Ausdrucksmöglichkeit. Typisch für Neptun – auf schleichende, nicht greifbare Art. Interessant ist es, wie sinnvoll und klug ihre „Krankheit“ sich zeigt. Sie zwingt förmlich zu Ruhe und Rückzug, läßt die klare Realität verschwimmen und nimmt die Schnelligkeit aus dem Alltag. Sie verschafft ihr die Zeit, sich auch mal treiben zu lassen, sich Phantasie und Träumen hinzugeben.
Ein gutes Gleichgewicht zwischen Realität und Illusion ist die Lösung. Meditation, Aquarellmalerei und die Teilnahme an einem Theater-Seminar (Märchenspiele) in der Freizeit erhalten die gesunde Balance zu dem klar strukturierten verstandesbetonten Alltag.